„Ich konsumiere – also bin ich“

Datum: Donnerstag, 11. Juni 2020, 19.30 Uhr
Ort: Alte Schule, Teichstraße 1, 21465 Wentorf
KulturPunkt Nr. 15
Eintritt frei

Eine kritische Auseinandersetzung mit unserer zeitgenössischen Konsumkultur

Referentin: Regine Lorenzen

René Descartes sagte einst „Ich denke, also bin ich (cogito, ergo sum).“
Der Titel des Vortrages ist eine ironische Anspielung auf dieses historische Diktum.

Der Mensch in den westlichen Industrienationen lebt in einer Gesellschaft, die maßgeblich durch den Konsum materieller Güter geprägt ist. Shoppen ist in der schönen neuen Warenwelt ein Akt der Selbstdarstellung und Selbstvergewisserung. Die Güter, die man erwirbt, haben oft den Rang von Statussymbolen.

In diesem Kontext kommt der Werbung eine elementare Bedeutung zu. Werbung ist omnipräsent. Marketing-Strategen engagieren Soziologen, Psychologen, Neurologen, ja selbst Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler, um Konsumgewohnheiten und Kaufmotivationen zu erforschen. Sie entwickeln auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse ständig neue Produkte und Marken und suggerieren den Menschen dadurch Bedürfnisse, die sie von sich aus eigentlich gar nicht haben. Die Heilsversprechungen  der modernen Werbung nehmen teilweise religiöse Züge an, so dass man von einer „Religion des Konsumismus“ sprechen kann.

Eingeordnet werden die vielfältigen Aspekte des vorliegenden Themas in die Gedankenwelt des amerikanischen Psychoanalytikers Erich Fromm, der in seinem Buch „Haben oder Sein“ unsere moderne Zivilisation dem Seinsmodus des Habens bzw. Habenwollens zuordnet. Diesem destruktiven Modus stellt er den Modus des Seins gegenüber, dessen Voraussetzungen Freiheit, Unabhängigkeit und kritische Rationalität sind. Angesichts der immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen und der massiven Umweltschäden, die unsere moderne Wegwerfgesellschaft mit sich bringt, ist es Zeit, umzudenken.

In diesem Zusammenhang sind die Gedanken von Erich Fromm aktueller denn je.

Veranstalter: Regine Lorenzen

Beitragsbild: Pixabay